Gegen das Holzhauser Polizeibootshaus!

Der Uttinger Gemeinderat lehnt das geplante Polizeibootshaus in Holzhausen einhellig ab. Ein Antrag der CSU, sowohl bei der Regierung von Oberbayern als auch beim Landratsamt Widerspruch einzulegen, wurde einstimmig angenommen.

Großer Andrang der Bürger
Wolf-Dietrich Lüps vom Verein „Unser Dorf“ verlas zu Beginn der Sitzung eine Erklärung gegen das geplante Polizeibootshaus in Holzhausen und forderte den Gemeinderat auf, dem Antrag von Florian Münzer (GAL) zuzustimmen. Danach sollte sich die Gemeinde ausdrücklich gegen das Bootshaus aussprechen. Unter großem Applaus der zahlreich erschienenen Zuhörer deutete Herr Lüps die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens an.

Polizei hält Holzhausen für einzig möglichen Standort
Der Vertreter der Polizei, Herr Filser, schilderte die Untersuchungen über alternative Standorte. In Wartaweil will das Landschulheim als Besitzer des dortigen Stegs die Polizei nicht haben; der Steg des Ammerseegymnasiums sei als Schwimmsteg nicht geeignet. In Stegen sei das „k.o. Kriterium“, dass die Betriebsabläufe der Seenschifffahrt nach deren Aussage zu sehr gestört seien; das Polizeibootshaus sei daher dort nicht machbar. Letztlich komme von allen geprüften Standorten nur Holzhausen in Frage. Es seien dort die wenigsten Eingriffe in die Natur notwendig, auch einsatztaktisch sei Holzhausen am besten. Die politische Entscheidung sei durch Staatssekretär Eck daher im Oktober so getroffen worden. Es solle aber nur das größere Boot in Holzhausen untergebracht werden.

Staatliches Bauamt wird das Bootshaus bauen
Der Vertreter des staatlichen Bauamtes Weilheim, Herr Aumann, erklärte, bereits am See bestehende 220 Bootshäuser und ca. 150 Slipanlagen, würden das Ufer wesentlich mehr stören als das 100m weit draußen am Steg geplante Polizeibootshaus. Der Uferbereich Utting/Holzhausen gehöre ohnehin zu den stark „gestörten“ Uferbereichen am See. Gestalterisch sei es allerdings eine Herausforderung, so einen untypischen Bau im See zu errichten. Immerhin werde der Bau durch den Verzicht auf das kleinere Boot erheblich reduziert. Außerdem solle das Bootshaus deutlich niedriger werden, da es nicht mehr auf das höchstmögliche Hochwasser ausgelegt werde. Es werde sicherlich ein ungewöhnliches Objekt, das aber bei weitem nicht so störend werde, wie von den Bürgern befürchtet. Dem Staatssekretär sei daran gelegen, die Bürger „mitzunehmen“ obwohl man im See als gemeindefreiem Gebiet auch ohne die Gemeinde bauen könne. Wenn es bei dem Standort bliebe, werde das Bauamt die Pläne gern im Gemeinderat vorstellen. Ein Votum des Gemeinderats gegen das Bootshaus werde an der Entscheidung voraussichtlich leider nichts ändern.

Gemeinsame Nutzung des Stegs mit der Seenschifffahrt unmöglich?
Der Hinweis von Florian Hansch (SPD), dass nach § 55 der Bayerischen Seenschifffahrtsverordnung kein Boot an einem Steg der Schifffahrt anlegen dürfe, kam für die Polizei überraschend. Von diesem Problem habe man noch nicht gehört und werde es prüfen. Die Frage von Peter Noll (GAL), warum die Polizei das Bootshaus so dringend braucht nachdem es jahrelang ohne ging, wurde mit dem lapidaren Hinweis abgetan, wenn man ein Auto habe, baue man schließlich auch eine Garage. Florian Münzer (GAL) berichtete von dem fruchtlosen Gespräch mit den Vertretern der Schifffahrt in Stegen und hielt die von diesen vorgebrachten Argumente für haltlos und durch neue Vorschläge für widerlegt. Er bat darum, nochmals mit den dortigen Verantwortlichen zu reden.

Kommentar: „Schön dass wir drüber geredet haben.“ So haben sich das die Bauherren von der Polizei wohl vorgestellt. Doch einige hundert (!) Uttinger und Holzhauser und der einstimmige Wille des Gemeinderats bringen vielleicht doch noch die politisch Verantwortlichen zum Nachdenken. Zu hoffen wär’s.

Baumbestand in Utting ist weitgehend intakt

Herr Brudi von der Firma „Brudi & Partner“ erläuterte dem Gemeinderat das im Auftrag der Gemeinde eingerichtete Baumkataster. Seine Untersuchung sämtlicher 1100 gemeindlicher Bäume und Gehölzgruppen ergab, dass der überwiegende Bestand trotz der besonders trockenen Sommer intakt ist und nur ca. 9 % als deutlich beeinträchtigt zu werten sind. Seine Firma hat der Gemeinde eine Zusammenstellung sämtlicher notwendiger Maßnahmen erstellt, danach sind 154 Maßnahmen – wie z.B. Totholzentfernung – von nicht eigens qualifiziertem Personal durchzuführen während 88 Maßnahmen anspruchsvollere Behandlung bedürfen. 51 Bäume sollten binnen der nächsten 6 Monate behandelt werden. Er schätzte die Gesamtkosten sämtlicher 241 Maßnahmen auf ca. 20.000 bis 30.000€.

Regelmäßige Kontrollen dienen der Verkehrssicherheit
Grundsätzlich erläuterte Herr Brudi, dass seine Tätigkeit in erster Linie der Gewährleistung regelmäßiger Kontrollen um der gemeindlichen Verkehrssicherungspflicht zu genügen dient. Herr Brudi schilderte seine Tätigkeit, nämlich die Baumdatenerfassung, Baumkontrolle, Maßnahmenplanung und -durchführung sowie letztlich die Abnahme. Nun verfügen alle gemeindeeigenen Bäume über eine Erfassungsnummer, die in ca. 2,50 m Höhe als kleines Plastikschild angebracht wurde, soweit es sich nicht um einen zusammenhängenden Bestand handelt, dem nur eine einzige Nummer gegeben wurde.

Anwohner der St.-Ulrich-Str. beklagen Verkehr

In einem Brandbrief an die Gemeinde beklagten sich drei Anwohner der St.-Ulrich-Str. in Holzhausen über den ihrer Ansicht nach unerträglichen Verkehr in ihrer Straße. Sie fordern verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Bodenschwellen und das Verbot von Schwerlastverkehr. Bürgermeister Lutzenberger berichtete von einer Messung vom 05.05.2015, wonach nur 1,63 % der ca. 800 gemessenen Fahrzeuge zu schnell waren. Angesichts dessen einigte sich der Rat darauf, gelegentlich einen elektronischen „Smiley“ dort anzubringen sah jedoch keinen Grund für weitergehende Maßnahmen.

Schützen kriegen Zuschuss für neue Heizung

Einstimmig bewilligte der Rat der Schützengesellschaft Ammersee Utting e.V. einen Zuschuss von 5.000 € für den Einbau einer neuen Heizungsanlage in das Schützenheim. Bürgermeister Lutzenberger (GAL) erläuterte, dass das Schützenheim oft auch gemeindlich genutzt werde, z.B. anlässlich des Volkstrauertages. Patrick Schneider (GAL) verband die Zustimmung zu dem Zuschuss mit der Erwartung, dass auch in Zukunft Uttinger Vereine, die Gemeinde oder Uttinger Bürgerinnen und Bürger dort ihre Feste veranstalten können.

REWE kommt

Bürgermeister Lutzenberger (GAL) teilte mit, dass die Baugenehmigung für den REWE-Supermarkt an der Dießener Str. bereits erteilt wurde. Dass der ursprünglich für die Sitzung vorgesehene Satzungsbeschluss wegen der Erkrankung unseres Planers Herr Schaser auf die nächste Sitzung verschoben werden musste, verzögert das Projekt daher nicht.

Riesenbau in der Schulstr. 29 kommt (erstmal) nicht

Einstimmig lehnte der Rat die Bauvoranfrage einer Baufirma für beide Varianten eines übergroßen Bauvorhabens in der Schulstr. 29 (Ecke Rotkreuzstr.) ab. Der Bauwerber hatte zwar auf Grund einer ablehnenden Stellungnahme des Landratsamtes mitgeteilt, den Antrag „ruhen“ zu lassen, dies hätte jedoch zur Fiktion unserer Zustimmung geführt.

Kommentar: Netter Versuch.

Gartenhaus nachträglich genehmigt

Einstimmig stimmte der Gemeinderat einer Überschreitung der Baugrenze und Vergrößerung des abweichend von der Baugenehmigung errichteten Gartenhauses in der Fritz-Erler-Str. 15 zu.

Nächste Gemeinderatssitzung: Donnerstag, 04.02.16, 19.30 Uhr, Feuerwehrhaus

Peter Noll