Die Sitzung fand aufgrund des großen Publikumsinteresses in der Mensa der Verwaltungsschule statt.

  1. Bürgeranliegen

Es gab keine Bürgeranliegen

  1. Bootshaus der Wasserschutzpolizei Dießen am Ammersee am Dampfersteg in Holzhausen, Vorstellung der Planung des Bootshauses durch das staatliche Bauamt Weilheim und Antrag des Vereins „Unser Dorf e.V.“

Gemeinderat spricht sich gegen das geplante Bootshaus für die WSP7 am Dampfersteg Holzhausen aus

Das Staatliche Bauamt Weilheim, vertreten durch Herrn Aumann, stellte die Pläne zusammen mit dem ausführenden Atelier Lüps, vertreten durch Mauritz und Wolf-Eckart Lüps, vor. 17,20m lang und 5,70m hoch soll es werden. Vom Ufer aus zeigt sich das Bootshaus von seiner schlanken Seite, von der Seeseite mit dem Ausfahrttor entsprechend breiter. Vom Dampfersteg aus aber, etwa 15m vor dem Stegkopf, versperrt dann der lange Baukörper die Aussicht nach Norden. Im Inneren ist Platz für die WSP7, die schwimmenden Einstiegsplattformen, Schränke und Tisch. Das hintere Ende des Hauses bietet eine Einstiegstreppe zu einem möglichen zweiten Boot.

Zu den Kosten sagte Herr Aumann, dass das etwas größere Starnberger Bootshaus etwa 450 000 € gekostet habe. Für den Winteraufenthalt soll das Boot eisfrei gehalten werden durch eine Druckluftanlage. Das Bootsinnere würde dann elektrisch beheizt. Die Pläne liegen zur Zeit im Landratsamt Landsberg, der Bescheid erfolge nach Prüfung aller Belange. Wobei der Naturschutz im See weniger problematisch sei. Baubeginn könnte frühestens im Juni dieses Jahres sein.

Anschließend meldeten sich die Gemeinderäte mit Fragen und Anmerkungen. Danach erlaubte Bürgermeister Lutzenberger dasselbe auch dem anwesenden Publikum, immerhin 200 Leute, geschätzt. Angesichts dessen war es eine relativ ruhige disziplinierte Diskussion.

- Könnte die Lage des Bootshauses noch weiter Richtung Ufer verschoben werden? Könnte nicht doch eine Slipanlage in Betracht kommen? - Warum soll jetzt auf einmal doch eine Druckluftanlage für den Winter in Betrieb kommen? Solange dieselbe für den Standort Diessen vorgeschlagen wurde, war sie unerwünscht.  - Die Architektur unterscheidet sich sehr von üblichen Bootshäusern und ist gewiss ein Hingucker und Blickfang; aber ist das sinnvoll, wenn man das Gebäude mitten in der Holzhauser Bucht eher als Teil eines Ganzen zeigen will? - Der Ammersee lebt nicht unerheblich vom Tourismus; insofern ist es keine romantische Spinnerei, sondern eine nüchterne Rechnung mit einem Standortvorteil, wenn Utting seine  Naturschönheiten erhalten will. - Das WSP7 ist jetzt 15 Jahre alt, ausgerüstet mit einer zunehmend veralteten Technik; längst sollte man hier über einen Elektroantrieb mit alternativen Bootstypen nachdenken. - Das Vorhaben bedeutet Verschwendung von Steuergeldern. - Die Größe und Lage des Bauvorhabens erfordern unbedingt eine Umweltverträglichkeitsprüfung, wo ist die?

 Kommentar: Man wird das Gefühl nicht los, hier soll etwas durchgeboxt werden. Es war zudem schon seltsam, dass die Entscheider, die diese Planung politisch verantworten, der Sitzung ferngeblieben waren. Herr Aumann vom Staatlichen Bauamt musste mehrmals Fragen beantworten, die eigentlich nicht in seinen Bereich fallen. Die vorgebrachten Argumente klingen allesamt vernünftig und stellen das Projekt schon als sehr fragwürdig dar. Ich meine, hier braucht es einen Aufschub, wenn nicht gar ein Aussetzen des Vorhabens, um diese Dinge zu klären!

Florian Münzer

Anschließend wurde über den Antrag vom Verein „Unser Dorf“ und der dampfersteginitiative.de, der Gemeinderat solle sich gegen den Bau des Bootshauses aussprechen, abgestimmt. Mit einer Mehrheit von 14 : 3 wurde der Antrag angenommen.

 (Fotomontage Atelier Lüps)

  1. Antrag auf 1. Vorhabenbezogenen Bebauungs-und Erschließungsplan für der Wohn-und Geschäftshaus mit Tiefgarage der VR-Bank an der Ecke Schondorferstrasse 2 / Seefelderhofberg 12 ( Klarstellungsbeschluss und Billigungs-und Auslegungsbeschluss )

Die schraffierten Flächen kennzeichnen die Bestandsgebäude, die abgerissen werden, der Neubau wird innerhalb der blauen Linie entstehen.

Die VR-Bank Landsberg-Ammersee plant an o.g. Stelle einen Neubau, das Lagerhaus und das vorherige Bank-und Wohngebäude soll abgerissen werden. Dazu ist der Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes notwendig geworden. Dieser Bebauungsplan wurde nun durch den beauftragten Architekt Gradl in der Sitzung vorgestellt. Lt. Herrn Gradl werden die bestehende Bäume durch die Bauarbeiten nicht zu retten sein, die Grünordnung des Bebauungsplanes legt aber eine Neu-und Ersatzbepflanzung fest. Zustimmung, 17 : 0

 

  1. Antrag auf Änderung des Bebauungsplans Hechelwiese für das Grundstück Holzhauserstrasse 8 und 10, Billigungs-und Auslegungsbeschluss

Zustimmung, 17 : 0

  1. Antrag über die Aussetzung der Sanierung der Gemeindewohnungen in der Dyckerhoffstraße , erneute Beratung und Beschlussfassung

Frau Gottschalk und Herr Streicher hatten schon bei der letzten Sitzung diesen Antrag gestellt. Im Gemeinderat gab es damals keine Übereinstimmung darüber, unter welchen Umständen Förder-gelder für einen Neubau fließen könnten. Dies wurde zu jetzigen Sitzung geklärt: Ein Antrag muss bis 31.12.19 gestellt und die Bewilligung des Antrages seitens der Regierung muss bis dahin erfolgt sein. Dafür braucht es im Vorfeld einen genehmigten Bauantrag.

Die Antragsteller sind der Meinung, dass die Gemeinde die lukrativen Fördergelder mitnehmen sollte, um die sanierungsbedürftigen Häuser in der Dyckerhoff Siedlung ganz abzureißen und dann komplett neu zu bauen. Nach dem Tetris-Prinzip soll dann jeweils ein Haus nach dem anderen platt gemacht werden. Die Bewohner des ersten Hauses sollen in die dann schon fertig sein müssenden Wohnungen auf dem Schmucker Areal zwischengelagert werden. Nach Fertigstellung ihres Hauses am Dyckerhoff bleiben sie im Schmucker Areal, denn die Bewohner des nächsten Abrisshauses ziehen in das gerade fertiggestellte Haus und so weiter. Wenn alle Häuser durch sind, dann können auch sie wieder in die Dyckerhoff Siedlung zurück.

In der letzten Sitzung (und in der Zeitung) wurde schon auf die soziale Problematik die eine solche Maßnahme mit sich bringt, verwiesen und diese als sozial unhaltbar bezeichnet. Mit Mietern kann man halt nicht Tetris spielen. Darüber hinaus wohnen die Menschen gerne in der Dyckerhoff Siedlung und übrigens auch in der neu renovierten Schönbachsiedlung, sie wollen nicht umziehen. Dazu kommt noch, dass die Wohnungen in der Dyckerhoff Siedlung konkurrenzlos preiswert sind, Wohnungen im Schmucker Gelände werden dagegen mehr Miete kosten, hier entstünde der Gemeinde dazu ein nicht zu geringer Mietverlust.

Schließlich wurden noch die Gemeindefinanzen ins Feld geführt, denn unser neuer Kämmerer bezeichnete den gerade verabschiedeten Haushalt 2017 mit „auf Kante genäht“. Wenn man dann noch die Vorplanung für 2018, 2019 und 2020 dazu nimmt, sieht man ganz deutlich, die „Kante“ ändert sich über die Zeit nicht. Ganz im Gegenteil, denn in den kommenden Jahren wird die Hauptlast für die Bebauung des Schmucker Areals zu tragen sein. Ende 2020 werden dann nahezu alle Rücklagen der Gemeinde aufgebraucht sein und mit den voraussichtlichen Mieteinnahmen kann die Gemeinde die Schuldentilgung finanzieren. Hier gibt es aber keinerlei Spielraum für weitere Millionenausgaben. Abgesehen davon hat weder der Gemeinderat noch die Verwaltung Kapazitäten ein weiteres Immobilienprojekt zu stemmen.

Wir wollen uns nicht verzetteln, insofern wurde der Antrag 8 : 9 abgelehnt.

  1. Genehmigte überplanmäßige Ausgaben

Der Verwaltung ist eine Schlussrechnung für die Straßenunterhaltsmaßnahmen von 2015, incl. der Schlussrechnung für den Parkplatz an der Feuerwehr zugegangen. Da im Haushalt 2017 keine entsprechenden Mittel berücksichtigt waren, musste die überplanmäßige Ausgabe über Euro 160.700,00 nachträglich genehmigt werden.

Zustimmung, 17 : 0

  1. Antrag für eine Jahresvignette zum Parken im Freizeitgelände

Ein Dauercamper stellte den Antrag, dass die Gemeinde für den Parkplatz im Freizeitgelände auch Jahresvignetten ausgeben sollte, da bis jetzt nur Tageskarten aus den Parkautomaten zu beziehen seien (Euro 5,00 / Tag)

Der Gemeinderat einigte sich nach mehreren Abstimmungen auf eine Vignette für alle PKW ( keine Anhänger ), auf der Vignette können zwei Kennzeichen stehen ( sie ist also kennzeichengebunden ) und wird Euro 200,00 / Jahr kosten.

Zustimmung, 9 : 8

  1. Antrag auf Genehmigung der Seebühne 2017

Die Seebühne wird dieses Jahr den Sommernachtstraum von William Shakespeare neu auflegen. Es sind 20 Vorstellungen geplant, die Zuschauertribüne ist in geknickter Form für ca. 330 Sitzplätze ausgerichtet, es ist dieses Jahr keine Bühnenplattform mit Aufbau vorgesehen, die Darstellung wird auf der Uferpromenade stattfinden

Zustimmung, 17 : 0

  1. Anfragen und Mitteilungen an den Gemeinderat

Es gab keine Anfragen und Mitteilungen an den Gemeinderat.

Termine: Nächste Gemeinderatssitzung: Do., 16.03.2017

24.02.2017   Sabine Kaiser / Christian Strohmeier