Gemeindegrundstück wird öffentlich versteigert
Die Gemeinde verkauft ein nördlich der Landsberger Str. gelegenes, 1860 m² großes Baugrundstück, auf dem bis zu 4 Doppelhaushälften errichtet werden können. Nach kontroverser Diskussion beschloss der Rat mehrheitlich, an den Meistbietenden zu verkaufen, wobei der Stand der jeweiligen Angebote öffentlich sein wird. Es sollen Gebote bis zum 02.11.2017 entgegengenommen werden.

Verkauf nur „am Stück“, Verkauf erfolgt an den Meistbietenden
Wegen des schwierigen (etwa dreieckigen) Zuschnitts des Grundstücks entschloss sich das Gremium, es nicht zum Verkauf zu teilen (einstimmig). Bei der anschließenden Diskussion setzten sich Sabine Kaiser, Patrick Schneider und Christian Strohmeier (alle GAL) dafür ein, einen Festpreis zu verlangen. Sabine Kaiser war der Meinung, dass sich Uttinger Interessenten wegen der dann bestehenden Planungssicherheit bei einem Festpreis leichter täten, Bauherrengemeinschaften zu bilden. Christian Strohmeier argumentierte, eine „Versteigerung“ würde zum Preisanstieg bei Grundstücken beitragen. Er plädierte für einen Festpreis in Höhe des aktuellen Bodenrichtwerts. Demgegenüber sah Ralf Stief (CSU) Schwierigkeiten bei der Vergabe, wenn es bei einem Festpreis – wie zu erwarten – mehrere Kaufinteressenten gibt. Die Gemeinde betätige sich bei der Bebauung der Schmucker-Grundstücke sehr sozial und brauche den maximalen Verkaufspreis. Der Rat entschloss sich mit 12 gegen 3 Stimmen für einen Verkauf an den oder die Meistbietenden.

Utting hat die höchsten Bodenrichtwerte
Bürgermeister Lutzenberger (GAL) teilte mit, dass die aktuellen Bodenrichtwerte (Stand 2016) Utting als „Spitzenreiter“ am Ammersee-Westufer ausweisen: Für seenahe Grundstücke werden demnach 900 €/m² bezahlt (in Schondorf „nur“ 800 €/m²), im Dorf kostet es 720 €/m² und in Holzhausen werden 500 €/m² gezahlt.

Der Stand der Gebote wird bekannt gemacht, Weiterverkauf nicht verboten
Mit 9 gegen 6 Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Entwicklung der Gebote öffentlich zu machen. Der Antrag von Sabine Kaiser (GAL), dem Käufer die Auflage zu machen, das Grundstück für 3 Jahre nicht weiterzuverkaufen wurde mit 4 gegen 11 Stimmen abgelehnt.

Kommentar:
Niemand sollte glauben, dass ein verbilligter Verkauf (der ohnehin nur in engen Grenzen zulässig gewesen wäre) irgendeinen Einfluss auf die hohen Grundstückspreise in Utting gehabt hätte. Und es wäre auch höchst ungewiss gewesen, ob überhaupt Uttinger Käufer in den Genuss eines niedrigeren Festpreises gekommen wären – es ist nämlich schlicht verboten, Ortsansässige zu bevorzugen. Also ist die Entscheidung für eine Versteigerung nur konsequent und vor dem Hintergrund des großen gemeindlichen Finanzbedarfs in den nächsten Jahren auch richtig.

Jakob Wilhelm ist neuer Gemeinderat
Seit Florian Hoffmann, Gemeinderat der Ländlichen Wähler, Anfang Juni bei der Gemeinde angestellt wurde und daher aus dem Gemeinderat ausscheiden musste, war sein Gemeinderatssitz vakant. Nun nahm der dritte Nachrücker von der Liste der ländlichen Wähler, Jakob Wilhelm aus Holzhausen, sein Mandat an und wurde zu Beginn der Sitzung vereidigt. Das Gremium applaudierte herzlich.

Straßen werden für 81.000 € repariert
Einstimmig vergab der Gemeinderat die diesjährigen Strassenreparaturarbeiten an die billigstbietende Firma Schilling, Dießen, zum Angebotspreis von 80.966,27 €. Auf Grund der angespannten Haushaltslage wurden nur die nötigsten Arbeiten in Auftrag gegeben – im Haushalt waren noch Mittel in Höhe von 110.000,- € eingestellt.

Neue Friedhofs- und Bestattungssatzung beschlossen
Einstimmig beschloss der Gemeinderat eine neue Friedhofs- und Bestattungssatzung. Frau Breier von der Gemeindeverwaltung erläuterte dem Gremium, dass sich auf Grund ordnender Maßnahmen die Platzsituation in Holzhausen so weit entspannt hat, dass nun auch ehemalige Holzhauser, die früher mindestens 20 Jahre dort gewohnt haben, auf dem dortigen Friedhof ihre letzte Ruhe finden können.

Buchausleihe kostet ab 2018 jährlich 10 €
Die seit 1963 bestehende alte Satzung der Uttinger Bücherei wird modernisiert. Die Neufassung tritt zum 01.01.2018 in Kraft. Ab dann wird eine Jahresgebühr von 10 € erhoben. (einstimmig)

Bernd Pickl wird neuer Pächter des Campingplatzes
In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Rat, den Campingplatz ab dem nächsten Jahr an Bernd Pickl (Gastwirt der „Alten Villa“ und des „Pavillon am See“) zu verpachten. Die Vertragslaufzeit wird zunächst 5 Jahre sein.

Bausachen:

Schondorfer Str./Seefelderhofberg: Vorhabenbezogener Bebauungsplan (Raiffeisenbank), Die Stellungnahmen aus der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit wurden zur Kenntnis genommen und soweit erforderlich als Hinweis übernommen (jeweils einstimmig); Planänderungen waren nicht erforderlich. Der Satzungsbeschluss fiel einstimmig.

Zur Aussichtswarte 1a, Neubau eines Wohnhauses mit Tiefgarage: Die Vorbehalte des Gemeinderates aus der Sitzung vom 22.06.2017 wurden eingearbeitet. Die damals angekündigten Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes wurden daraufhin erteilt. So kann die Grundfläche um 15 m² und das Baufenster um ca. 50cm nach Norden überschritten werden. Da auf der Westseite eine Tiefgarage entsteht, wird die zulässige Wandhöhe dort überschritten. Das Dach darf mit „vorgewittertem Edelstahl“ gedeckt werden.

Zustimmung (jeweils einstimmig, bis auf die Dacheindeckung, gegen die Patrick Schneider (GAL) stimmte)

Hofstattstr. 22, Abriss eines bestehenden Bauernhofs und Errichtung eines Wohnhauses: Das Gebäude ist talseitig zwar recht hoch, dies ist aber dem Geländeverlauf geschuldet. Auf der Straßenseite wirkt das Haus mit 5,93 m Höhe relativ klein – es gibt in der Umgebung höhere Bauten.

Zustimmung (einstimmig)

Eduard-Thöny-Str. 26 (ASC), Dachsanierung und Nutzungsänderung einer Schiffshütte zu einem Schulungsraum: Zustimmung (einstimmig)

Am Dorfbrunnen 1 (ehemals Bäckerei Ratzinger): Umbau eines Wintergartens, Sanierung einer Wohnung und Nutzungsänderung in ein Tagescafé (Kunstbistro); Zustimmung (einstimmig)

Ammerseestr. 1-3 (ehemals Sonnenhof): Verlegung des Abstell- und Fahrradkellers in einen unterirdischen Keller, der von außen nicht sichtbar sein wird;
Zustimmung (einstimmig)

Mühlstr. 4a, Nutzungsänderung eines Speicherraumes zu einem Büro und eines Weinverkostungsraumes zu einem Lager: Auf Anregung von Renate Standfest (GAL) wird das Landratsamt gebeten, die im Plan eingezeichneten Stellplätze im Blick zu haben, da der Platz derzeit bestuhlt ist. Zustimmung (einstimmig)

Mühlstr. 8c, Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage (Vorbescheid)


Zustimmung (einstimmig)

Kreutweg 1, Antrag auf Vorbescheid zur „Nachverdichtung“ mit Wohnbebauung in drei Varianten: Das Grundstück liegt am Ortsrand von Holzhausen. Es kann daher nur im Bereich des bestehenden Hauses als „Innenbereich“ gesehen werden - der Rest liegt im „Außenbereich“.

(Bild: „Variante 3“ mit Bestandshaus im westlichen und geplantem Neubau im östlichen Bereich)

Der Gemeinderat lehnte sämtliche Bebauungsvarianten ab (einstimmig).

Nächste Gemeinderatssitzung (bei Bedarf): Donnerstag, 24.08.2017, 19.30 Uhr Feuerwehrhaus

Peter Noll